Buchrezension

Buchrezension: Ich wähle die Freiheit von Chalat Saeed

Das Buch handelt von der irakischen Kurdin Chalat Saeed. Als Kind schildert sie sich als ein mutiges, selbstbewusstes Mädchen. Sie fühlt sich sehr verbunden mit ihrem Vater, der als Freiheitskämpfer starb.

Ihre Kindheit ist beschreibt sie erst als relativ unbeschwert, bis sie zunehmend durch den jüngsten Bruder kontrolliert wird und vage Dinge aus dem Umfeld mitbekommt, wie die Beschneidung der älteren Mädchen in der Nachbarschaft. Sie ist eine sehr gute Schülerin, wird aber mit 10 Jahren aus der Schule genommen, um im Haushalt mitzuhelfen. Deutlich erzählt sie da schon von der Familienstruktur, in der Männer das alleinige Sagen und Bestimmungsrecht haben und dies auch mit massiver Gewalt durchsetzen.

Mit fünfzehn Jahren wird sie an einen älteren Mann verheiratet, gegen 12 Goldringe, die ihr großer Bruder zum Kauf seiner gewünschten zukünftigen Frau benötigt. Dieser Mann stellt sich als Iraner heraus, welcher sie nur heiratet, um einen irakischen Pass zu erhalten. Sie muss in seinen Haushalt ziehen und fortan bestimmen er und seine Mutter ihr Leben.

Dem jungen Mädchen werden in dieser lieblosen und gewaltvollen Ehe alle Freiheiten genommen. Ihr frommer muslimischer Mann entpuppt sich als Extremist. Sie darf das Haus nicht oder nur in Begleitung verlassen. Er lässt sie noch nicht einmal ihre Herkunftsfamilie besuchen. Die Kinder, zwei Mädchen, schaut er nicht an.

Später kann sie an einem Nähkurs in der Moschee teilnehmen und anschließend damit daheim beruflich tätig werde. Wegen der politischen Verbindungen ihres Mannes flieht die Familie eines Tages aus dem Irak und gelangt nach Deutschland. Hier findet Chalat schließlich die langersehnte Freiheit.

Dieses Buch schildert das Leben eines Mädchens, welches in einer traditionellen, kurdischen Familie heranwächst. Deutlich werden die Traditionen beschrieben, wie Heirat innerhalb der Familie und die Wichtigkeit, was die Nachbarn und andere denken. Danach wird gehandelt.

In einfachen Worten begleitet der Leser Chalat auf dem Weg von einer wohl typischen kurdischen Kindheit zu einer unglücklichen Ehefrau. Die Flucht nach Deutschland und die zu Beginn des Buches deutlich hervorgehobene Hinwendung zum christlichen Glauben kommen kaum zur Sprache.

Der Klappentext entspricht damit nicht dem Inhalt des Buches.

Fazit: 3 von 5 Sterne – gut geschrieben aber mit Lücken !

  • Ich wähle die Freiheit von Chalat Saeed
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